Katholisches Leben in Meschede und Bestwig

„Kinder brauchen Sicherheit und Geborgenheit“

Wie die Mescheder WIR-KITAs Kinder auf Veränderungen vorbereiten und begleiten

Spielzeit in der Kita. (Foto: WIR-KITAs)

Das neue Kita-Jahr hat begonnen. Für viele Mädchen und Jungen beginnt damit eine aufregende und prägende Zeit. Auch die katholischen WIR-KITAs in Meschede begleiten Kinder und Eltern bei diesem Übergang. Dabei stellt sich auch die Frage, wie sich die Eingewöhnung verändert, wenn Kinder immer jünger in die Kita kommen.

Elena Bremerich, Leiterin der WIR-KITA St. Jakobus in Remblinghausen, betont die Bedeutung eines sanften Einstiegs. „Es ist entscheidend, dass wir den Kindern Sicherheit und Geborgenheit vermitteln. Der erste Tag in der Kita kann überwältigend sein – sowohl für die Kinder als auch für die Eltern.“ Individuelle Eingewöhnungsphasen und die enge Zusammenarbeit mit den Familien sollen den Übergang erleichtern.

„Natürlich können und müssen die Eltern für ihre Kinder in der ersten Phase in der Kita da sein. Ein Vater hat sich beispielsweise sechs Wochen sein Homeoffice so organisieren können, dass er sein Kind sehr eng und intensiv auf diesem Weg begleiten konnte“, beschreibt Elena Bremerich. „Wir wissen um die Bedenken und Ängste, die viele Eltern haben, wenn sie uns ihre Kinder anvertrauen. Es liegt an uns, diese Sorgen ernst zu nehmen und durch offene Gespräche abzubauen. Dieser Dialog beginnt natürlich nicht erst mit dem ersten Kita-Tag, sondern schon mit der Anmeldung in verschiedenen Terminen zwischen Eltern und Team“, ergänzt die WIR-KITA-Leitung. Die Eltern haben hohe Ansprüche an die Arbeit der Kitas. Deshalb ist die Kennenlernphase nicht nur für die Kinder, sondern auch für ihre Familien wichtig.

Fotos gegen das Heimweh

„Um es den Familien und dem Team in der Eingewöhnung einfacher zu machen, arbeiten wir zum Beispiel mit einem Mini-Fotobuch“, erklärt Elena Bremerich. Bereits Wochen vor dem ersten Kita-Tag bekommen die Familien von der WIR-KITA ein kleines Album. Es enthält Fotos von den Räumen und dem Erzieherteam. So können sich Kinder und Familien früh ein Bild von der Einrichtung und den Menschen dort machen.

„Danach können dort unter dem Titel ‚Zuhause zum Mitnehmen‘ Bilder von der Familie, Haustieren, der Wohnung oder dem Urlaub eingesteckt werden“, führt die Leitung aus. Das Team kann das Album im Kita-Alltag als „Anker“ oder „Heimweh-Hilfe“ nutzen. „Außerdem arbeiten wir viel mit Fotoaushängen vor den Gruppen, um den Eltern unsere Aktivitäten näherzubringen. Das ist gerade in der Eingewöhnung von großem Wert, da die Kleinen zu Hause ja noch nicht viel erzählen können.“

Beziehung braucht Vertrauen

Verena Borgmann, Leiterin der WIR-KITA St. Walburga in Meschede, hat zu Beginn des Kindergartenjahres zwölf neue Kinder ab zwei Jahren begrüßt. „Die Kinder an das neue Leben in einer Kita zu gewöhnen ist eine hochindividuelle Herausforderung. Der Beziehungsaufbau zu den Kindern hat dabei oberste Priorität, weil sensible Momente wie beispielsweise das Wickeln viel Vertrauen benötigen.“ Dies erfordert von den Erzieherinnen und Erziehern viel Empathie und Flexibilität.

Eine weitere Herausforderung besteht darin, auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Kinder einzugehen und das Vertrauen der Eltern zu gewinnen und zu erhalten. „Es gibt dafür keinen verbindlichen und verlässlichen Masterplan. Wenn die Kinder vorher schon bei einer Tagesmutter waren, geht die Eingewöhnung meist schneller, weil die Mädchen und Jungen das Weggehen der Bezugsperson schon kennen. Gleiches gilt auch, wenn es Geschwisterkinder in der Einrichtung gab oder gibt. Dann kennen die Kinder oft schon die Räumlichkeiten, was die Eingewöhnung natürlich erleichtert. Aber manche Kinder benötigen auch mehrere Wochen die enge Begleitung ihrer Eltern“, stellt Verena Borgmann fest.

Auch unterschiedliche Sprachkenntnisse spielen bei der Eingewöhnung eine Rolle. „Der hohe Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund macht es uns teilweise noch schwerer. Viele Kinder sprechen schlichtweg kein oder nur wenig Deutsch. Das ist eine hohe Kommunikationshürde, die wir überwinden müssen. Deswegen arbeiten wir im Alltag beispielsweise viel nonverbal mit Piktogrammen, um sprachliche Hürden zu überwinden“, so Borgmann. Wichtig sei außerdem, dass die Kinder gerade während der Eingewöhnung regelmäßig in die Kita kommen. Andernfalls werde der Beziehungsaufbau erschwert.

Veränderungen gemeinsam bewältigen

Renate Leifert, Regionalleitung der WIR-KITAs und zuständig für den Raum Meschede, unterstreicht die Rolle der Kitas bei der Vorbereitung auf Veränderungen: „In unseren Einrichtungen legen wir großen Wert darauf, die Kinder nicht nur kognitiv, sondern auch sozial und emotional auf Veränderungen vorzubereiten. Das kann im Kleinen der Wechsel der Erzieherinnen und Erzieher im Kita-Alltag sein, aber natürlich auch am Ende der Kita-Zeit der Übergang in die Schule. Das ist für Kinder und Eltern nochmal eine besondere Herausforderung, in der sie Begleitung und Unterstützung aus der Kita bekommen. Diese frühe Förderung bildet ein Fundament, das ihnen hilft, Herausforderungen im weiteren Leben selbstbewusst zu meistern.“

Von einem gelungenen Start ins Kita-Leben profitieren Kinder, Eltern und Kita-Teams. Dazu gehört nach Darstellung der WIR-KITAs eine offene und kontinuierliche Kommunikation mit Eltern und Erziehungsberechtigten. „Wir wollen als Kita-Teams Kinder und Familien stärken, um gemeinsam die kleinen Veränderungen des Alltags ebenso zu meistern wie die großen Schritte auf dem noch jungen Lebensweg der Kinder, wenn es z. B. um den Wechsel in eine andere Kita oder in die Schule geht“, betont Renate Leifert.

Sie fasst zusammen: „Ein erfolgreicher Kita-Start legt den Grundstein für eine positive Entwicklung der Kinder und stärkt das Vertrauen der Eltern in unsere pädagogische Arbeit und damit in den bis zu fünfjährigen gemeinsamen Weg, den WIR-KITAs und Kinder dann vor sich haben.“

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