Katholisches Leben in Meschede und Bestwig

Mit AsAflex auf die Erfolgsspur

Stützlehrer Guido Bornemann (rechts) hat mit Yahia Hweidi alles aufgearbeitet, was der Jordanier in der Berufsschule nicht verstanden hat. (Foto: Jana Sudhoff)
Stützlehrer Guido Bornemann (rechts) hat mit Yahia Hweidi alles aufgearbeitet,
was der Jordanier in der Berufsschule nicht verstanden hat. (Foto: Jana Sudhoff)

Yahia Hweidi verwirklicht seinen Traum mit Hilfe des Bfz Meschede

Yahia Hweidi hat eine Erfolgsgeschichte geschrieben – mit Unterstützung der Kolping-Bildungszentren Südwestfalen GmbH im Berufsförderungszentrum (Bfz) Meschede. Der Jordanier kam im September 2024 nach Deutschland, um eine zweijährige Ausbildung als Fachkraft für Metalltechnik in Schmallenberg zu starten. Auch wenn der damals 16-Jährige bereits in seiner Heimat die B1-Prüfung abgelegt hatte, barg der Berufsschulstoff in einer Fremdsprache für ihn noch viele Hürden. Dass Yahia Hweidi jetzt zum Abschluss seiner Ausbildung eine Gesamtnote von 2,2 auf dem Berufsschulzeugnis erreichte, hat er seinem Ehrgeiz und auch Guido Bornemann vom Bfz Meschede zu verdanken. Im fachtheoretischen Stützunterricht (Nachhilfe) hat sich der Lehrer wöchentlich mit dem jungen Mann zusammengesetzt, um nicht Verstandenes nachzuarbeiten, Fachvokabular und -theorie zu erarbeiten, Grundlagen aufzuarbeiten und für Klassenarbeiten und Prüfungen zu üben.

Yahia Hweidi gehörte im vergangenen Ausbildungsjahr zu den 181 Teilnehmenden, die am Bfz Meschede für die Assistierte Ausbildung – flexibles Modell (AsAflex) angemeldet waren und damit das Förderangebot der Bundesagentur für Arbeit in Anspruch nahmen. AsAflex richtet sich an junge Auszubildende, bei denen der erfolgreiche Abschluss ihrer Ausbildung aufgrund sprachlicher, schulischer oder persönlicher Hürden in Gefahr ist. Unterstützung bieten die Kolping-Bildungszentren je nach Bedarf bei Defiziten in der Fachtheorie, beim Verständnis der Fachsprache, bei Sprachschwierigkeiten, Klassenarbeiten und Prüfungen, Prüfungsängsten, persönlichen Schwierigkeiten und Problemen im Betrieb – alles in einem flexiblen Modell. 

„Ich möchte das
Bestmögliche erreichen“ 

„Es war toll hier zu lernen“, schwärmt Yahia Hweidi von seinem Nachhilfeunterricht bei Kolping. Weil er seine Ausbildung erst mit einer achtwöchigen Verspätung beginnen konnte, fiel ihm der Einstieg besonders schwer. Daher fuhr Stützlehrer Guido Bornemann acht Wochen lang – zusätzlich zu den regulären Nachhilfestunden – zum Ausbildungsbetrieb in Schmallenberg, um das Problem zu meistern. „Bei uns wird jeder abgeholt, wo er steht. Wir betreuen individuell“, erklärt Guido Bornemann, der den jungen Jordanier teils im Einzel-, Gruppen- und Onlineunterricht betreut hat. Wichtig ist im Bfz, dass sich die Teilnehmenden wohlfühlen und dass das Lernen in einer angenehmen Atmosphäre und einem offenen, ungezwungenen Miteinander stattfindet. „Mein Lehrer hatte immer Zeit für mich, er hat mir immer geholfen und er war sehr geduldig“, hebt die frisch gebackene Fachkraft für Metalltechnik hervor.

Umgekehrt ist auch der Kolping-Mitarbeitende beeindruckt von seinem Nachhilfeschüler: von seinem Ehrgeiz und seiner Zielstrebigkeit, von seinem Sprachtalent, seinen eigenen hohen Ansprüchen und seinen weiteren beruflichen Ambitionen. „Ich möchte das Bestmögliche erreichen“, sagt der 18-Jährige. Daher drückt er seit dem 1. September erneut die Berufsschulbank: Er schließt eine Ausbildung als Kfz-Mechatroniker bei einem Unternehmen in Lennestadt an. „Vielleicht mache ich später noch den Meister“, sagt der Jordanier, der seit zwei Jahren in Schmallenberg wohnt. „Ich bin noch jung und habe noch die Chance, so weit zu kommen, wie es geht.“

Mit vollem Einsatz Deutsch gelernt  

Mit Entschlossenheit hat Yahia Hweidi bereits in Jordanien an seinem Ziel gearbeitet, in Deutschland seinen Wunschberuf zu erlernen. Sein klares Ziel als 15-Jähriger: vor seiner Abreise nach Deutschland das B1-Zertifikat in der Tasche zu haben. Dafür hat der Jugendliche ein Jahr lang online bei einer Deutschlehrerin Sprachunterricht genommen – je drei Stunden freitags und samstags. „Einmal pro Woche reicht nicht. Du musst jeden Tag lernen und regelmäßig sprechen“, beschreibt der junge Mann sein Erfolgsrezept. YouTube-Videos und täglich durchschnittlich vier Stunden Pauken in Eigenregie standen bei ihm auf dem Stundenplan. Auch die Telefonate mit seinem Onkel, der in Schmallenberg lebt, führte er ausschließlich auf Deutsch. Sein Onkel ist sein großes Vorbild. So wie er möchte Yahia Hweidi beruflich viel erreichen. Dass er seinen Traum verwirklichen kann, dafür waren die Kolping-Bildungszentren ein Wegbereiter.   

Ihre Chance haben auch viele andere AsAflex-Teilnehmende genutzt. Beim jüngsten Prüfungsturnus waren 53 Teilnehmende aus dem Bfz Meschede dabei – 48 von ihnen haben ihre Prüfung bestanden.

Jana Sudhoff

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